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9RTA84T-D

Main Engine 2-Stroke · Main Engines (2-Stroke)

Technical data from manufacturer or class sources · not yet verified by a person
40,680 kWPower
9Cylinders
840 mmBore
3,150 mmStroke
76 rpmMCR RPM

The Sulzer 9RTA84T-D is a low‑speed, two‑stroke marine diesel engine delivering 40 680 kW at 76 rpm, designed for direct‑drive propulsion on large commercial vessels.

Inspection

Inspector Detail ✓ verified

Designation decoded

Sulzer 9RTA84T-D – 9-Zylinder, Reihenbauweise, Zweitakt-Kreuzkopfmotor, 840 mm Bohrung, 3150 mm Hub, T=Tankerausführung, D=Entwicklungsversion (Development) mit verlängertem Hub

Background

Der 9RTA84T-D stellt die Entwicklungsvariante des RTA84T mit deutlich verlängertem Hub (3150 mm statt 2400 mm) dar. Das Hub-zu-Bohrung-Verhältnis von 3,75 ist extrem hoch und zeigt die Entwicklung zu Ultra-Langhubmotoren. Der verlängerte Hub erhöht das Drehmoment und verbessert den thermischen Wirkungsgrad, stellt aber erhöhte Anforderungen an Kolbenstangenführung, Kreuzkopf und Linerausrichtung. VIT, Puls-Schmierung und CLU sind integriert. Die 9-Zylinder-Konfiguration bei diesem extremen Hub ergibt eine außergewöhnliche Gesamtmotorhöhe.

Calculated metrics

Stroke to bore ratio3.75

Inspector checklist

Kreuzkopf und Kolbenstangenführung
  • Kreuzkopf-Gleitbahn auf Verschleißmuster und Riefenbildung prüfen
  • Kolbenstangenführungshülsen auf Spiel und Zustand kontrollieren
  • Schmierölzufuhr zur Kreuzkopf-Gleitfläche verifizieren
  • Dichtungspackung der Kolbenstange (Stopfbuchse) auf Leckage prüfen
Verlängerter Hub – Spezialprüfungen
  • Kolbenstange auf Durchbiegung und Geradheit messen
  • Kolbenbolzen-Lagerung auf thermische Verfärbung prüfen
  • Pleuelstangen-Schraubenvorspannung mit Ultraschall verifizieren
  • Spülschlitze auf symmetrische Öffnung bei verlängertem Hub kontrollieren
Nockenwelle und Zahnradgetriebe
  • Zahnflanken auf Pittingbildung und Verschleiß prüfen
  • Nockenwellen-Lagerspiel dokumentieren
  • Timing bei verlängertem Hub besonders sorgfältig verifizieren
  • Antriebskette/Zahnrad-Geräuschpegel bei Probelauf beurteilen
VIT und Kraftstoffsystem
  • VIT-Verstellbereich auf korrekte Funktion über den gesamten Lastbereich prüfen
  • Kraftstoffpumpen-Fördermenge bei erhöhtem Verbrennungsraumdruck kontrollieren
  • Einspritzdüsen auf Sprühbild und Öffnungsdruck prüfen
  • Rücklaufleitung auf erhöhte Temperatur oder Leckage kontrollieren
Fundamentausrichtung und Strukturintegrität
  • Kurbelwellendurchbiegung bei verlängertem Hub besonders kritisch bewerten
  • Motorgrundrahmen auf Rissbildung an Verstärkungsrippen prüfen
  • Seitenständer-Verschraubung auf Vorspannung kontrollieren
  • Schwingungsmessungen am Doppelboden bei verschiedenen Drehzahlen durchführen

Logbook reference values

ParameterExpectedDeviation means
Abgastemperatur nach Zylinder310–370 °C bei NennlastBei D-Variante mit längerem Expansionshub sind tendenziell niedrigere Abgastemperaturen zu erwarten; Abweichungen >25 °C zwischen Zylindern prüfen
Zünddruck (Pmax)135–160 bar abhängig von AbstimmungHöherer Pmax durch verlängerten Hub und verbesserte Verbrennung; Zylinderdruckstreuung >5 bar erfordert Justierung
Kühlwasser-Austrittstemperatur Liner78–85 °CBei verlängertem Liner ist auf gleichmäßige Kühlwasserverteilung zu achten; lokale Überhitzung kann zu thermischem Riss führen
Kolbenstangen-Stopfbuchse Leckölmenge<10 l/24h pro ZylinderErhöhte Leckage deutet auf verschlissene Dichtungsringe oder Kolbenstangen-Oberflächenschaden hin
Kreuzkopf-Lagertemperatur<65 °CTemperaturanstieg deutet auf unzureichende Schmierung oder beginnendes Lagerfresser hin; bei D-Variante durch höhere Belastung besonders kritisch
Spülluftdruck2,8–3,5 bar je nach LastAbweichung kann auf Turbolader-Verschmutzung oder undichten Ladeluftkühler hinweisen
Zylinderschmieröl-Verbrauch0,8–1,2 g/kWhDurch verlängerten Liner ist gleichmäßige Verteilung des Schmierfilms schwieriger; Überwachung der Schmierpunkte essentiell
KurbelwellendurchbiegungGemäß Herstellervorgabe, typisch ±0,05 mmBei 9 Zylindern und extremem Hub ist selbst geringe Durchbiegung ernst zu nehmen; Fundamentverformung sofort untersuchen

Common Failure Modes

  • Kolbenstangen-Ausrichtungsfehler

    Symptoms: Ungleichmäßiger Verschleiß an der Stopfbuchse Erhöhte Lecköl-Rate Einseitige Abnutzungsspuren an der Kreuzkopf-Gleitbahn

    Causes: Thermische Verformung des verlängerten Zylinderlaufes, Fundamentverformung bei Beladungswechsel, Fertigungstoleranzen bei extremer Hublänge

    Preventive: Regelmäßige Messung der Kolbenstangenauslenkung (Piston Rod Deflection), Fundamentkontrolle und Stopfbuchsen-Inspektion

  • Zylinderliner-Thermische Rissbildung

    Symptoms: Kühlwasser im Verbrennungsraum Druckverlust bei Kompression Sichtbare Haarrisse bei endoskopischer Untersuchung

    Causes: Thermische Spannungen durch verlängerte Linerlänge, Ungleichmäßige Kühlung im oberen Linerbereich, Zu schnelle Lastaufnahme (Thermoschock)

    Preventive: Lastanstiegsraten gemäß Herstellervorgabe einhalten, Kühlwasserqualität überwachen und regelmäßige endoskopische Inspektion

  • Nockenwellen-Zahnradermüdung

    Symptoms: Zunehmende Vibration im Steuerungsbereich Abweichung der Einspritz- und Auslasszeitpunkte Metallabrieb im Getriebeöl

    Causes: Höhere dynamische Belastung durch verlängerten Hub, Resonanzfrequenzen bei bestimmten Drehzahlen, Materialermüdung nach hoher Betriebsstundenzahl

    Preventive: Schwingungsüberwachung, regelmäßige magnetische Rissprüfung der Zahnräder und Ölanalyse

  • Kreuzkopf-Gleitbahn-Fresser

    Symptoms: Plötzlicher Temperaturanstieg am betroffenen Kreuzkopf Klopfende Geräusche im Kurbelgehäuse Alarmmeldung der Temperaturüberwachung

    Causes: Ölfilm-Abriss bei hoher Flächenpressung, Verschmutztes Schmieröl, Erhöhte Seitenkräfte durch extremen Hub

    Preventive: Ölreinigung sicherstellen, Gleitbahnzustand regelmäßig kontrollieren und Temperaturüberwachung aller Kreuzkopflager gewährleisten

Expert tips

  • Der extreme Hub von 3150 mm bei 840 mm Bohrung ergibt ein S/B-Verhältnis von 3,75 – dies erfordert besondere Aufmerksamkeit auf die Kolbenstangenführung und Stopfbuchsendichtheit, da die seitlichen Kräfte am Kreuzkopf erheblich sind.
  • Bei der D-Entwicklungsvariante können Herstellermodifikationen und Servicebrief-Updates vorliegen, die von der Standardkonfiguration abweichen – immer den aktuellen Modifikationsstand gegen die Werftliste abgleichen.
  • Die verlängerte Expansionsphase verbessert den Wirkungsgrad, erhöht aber die thermische Belastung im oberen Linerbereich – endoskopische Inspektionen in kürzeren Intervallen als beim Standardmodell durchführen.

Related components

  • Turbolader (Verdichter und Turbine auf Verschmutzung und Spiel prüfen)
  • Ladeluftkühler (Druckdifferenz und Dichtheit)
  • Kraftstoffeinspritzdüsen (Sprühbild, Öffnungsdruck)
  • Hauptlager und Pleuellager (Spiel, Lagerschalenzustand)
  • Kolbenstangen-Stopfbuchse (Dichtungsringe, Federdruck)
  • Kreuzkopf-Gleitbahn (Oberflächenzustand, Schmierung)
  • Spülschlitze im Zylinderliner (Verkokung, Verformung)

Classification & regulatory

Die D-Entwicklungsvariante kann abweichende Klassifikationsanforderungen haben. Prüfen, ob spezielle Auflagen der Klassifikationsgesellschaft für experimentelle oder Erstserien-Varianten gelten. Continuous Machinery Survey (CMS) mit verkürzten Intervallen kann vorgeschrieben sein. Emissionskonformität gemäß IMO Tier II/III nachweisen. Alle Inspektionsergebnisse gemäß ISM-Code dokumentieren.

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