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Library Safety & LSA Brandbekämpfung SCBA (umluftunabhängiges Atemschutzgerät)
Brandbekämpfung

SCBA (umluftunabhängiges Atemschutzgerät)

Ein SCBA lässt einen Brandschutztrupp verrauchte Räume mit einem eigenen Druckluftvorrat betreten, üblich gut für rund 30 Minuten mäßiger Arbeit. Das Mindestmaß von zwei Geräten nach SOLAS II-2/10.10 ist eine Untergrenze für Reserven und nicht die Größe eines arbeitenden Brandschutztrupps.

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Wissen

Was man an einem SCBA (umluftunabhängiges Atemschutzgerät) prüft.

Ein umluftunabhängiges Atemschutzgerät trägt seinen eigenen Luftvorrat in einer Druckluftflasche auf dem Rücken des Trägers, von der umgebenden Atmosphäre durch eine Vollmaske und einen Lungenautomaten abgetrennt. Das ist der wesentliche Unterschied zu einem Fluchtatemgerät, das für das Herauskommen aus einem Raum und nicht für das Arbeiten darin gebaut ist, und zu fest verlegten Schlauchanlagen, die den Träger an einen Verdichter binden und einem Rohrtrupp nicht in eine Abteilung folgen können. SCBA ist das Gerät, das ein Brandschutztrupp anlegt, bevor er einen verrauchten Maschinenraum oder einen Laderaum betritt, dessen Atmosphäre unbekannt…

Was SCBA von anderem Atemschutz abhebt

Ein umluftunabhängiges Atemschutzgerät trägt seinen eigenen Luftvorrat in einer Druckluftflasche auf dem Rücken des Trägers, von der umgebenden Atmosphäre durch eine Vollmaske und einen Lungenautomaten abgetrennt. Das ist der wesentliche Unterschied zu einem Fluchtatemgerät, das für das Herauskommen aus einem Raum und nicht für das Arbeiten darin gebaut ist, und zu fest verlegten Schlauchanlagen, die den Träger an einen Verdichter binden und einem Rohrtrupp nicht in eine Abteilung folgen können. SCBA ist das Gerät, das ein Brandschutztrupp anlegt, bevor er einen verrauchten Maschinenraum oder einen Laderaum betritt, dessen Atmosphäre unbekannt oder schon als nicht atembar bekannt ist.

SCBA-Gerät, Seitenansicht
Seitenansicht eines umluftunabhängigen Atemschutzgeräts: die Druckluftflasche am Traggestell mit Rückenplatte, das Flaschenventil mit Druckminderer und Restdruckpfeife, der Mitteldruckschlauch zum Lungenautomaten und die Maske.

Hauptkomponenten

Flasche

Flasche aus Stahl oder Verbundwerkstoff, gefüllt auf rund 200-300 bar, bemessen auf etwa 30 Minuten Luft bei mäßiger Arbeitsleistung. Verbundflaschen sind leichter und heute bei den meisten Brandschutztrupps Standard, tragen aber ein Datum der Wasserdruckprüfung und eine am Hals eingeprägte Grenze der Gebrauchsdauer, die das Buch des Brandschutzschapps mitführen muss.

Druckminderer und Lungenautomat

Der Minderer senkt den Flaschendruck auf eine Niederdruckleitung zum Lungenautomaten an der Maske, der Luft nur beim Einatmen freigibt. Ein Lungenautomat mit Überdruck hält das Innere der Maske leicht über dem Umgebungsdruck, sodass eine schlechte Dichtung Luft hinauslässt, statt Rauch hereinzulassen.

Vollmaske

Dichtet gegen das Gesicht ab, trägt den Anschluss des Lungenautomaten und ein Ausatemventil und ist mit einer Sprechmembran oder, bei neueren Geräten, mit einer eingebauten Funkaufnahme versehen.

Traggestell und Rückenplatte

Trägt die Flasche, verteilt das Gewicht über Schultern und Hüften und hält die Restdruckwarnpfeife.

Restdruckwarnung

Eine Pfeife oder ein elektronischer Alarm, der bei etwa 55 bar Restdruck anspricht und dem Träger eine feste Reserve für den Rückzug gibt.

Auswahl und Dauer

Geräte werden nach eingestufter Dauer gewählt (30, 45 oder 60 Minuten nominell, unter harter Arbeit stets kürzer), nach Druckklasse der Flasche und nach der Verträglichkeit der Maske mit Brandhaube und Kommunikationsgerät der Besatzung. Schiffe mit größeren Brandschutztrupps oder Räumen mit langen Fluchtwegen, etwa tiefen Laderäumen oder langen Maschinenraumleitern, tendieren zu Geräten für 45 oder 60 Minuten, damit die Arbeitsreserve nach dem Alarm nicht von einem langen Rückweg aufgezehrt wird.

Vorschriften

SOLAS II-2/10.10 setzt das Mindestmaß: mindestens zwei vollständig gefüllte Reserve-SCBA zusätzlich zu den für den Brandschutztrupp geforderten Geräten, dazu ein Mittel zum Nachfüllen der Flaschen an Bord oder Reserveflaschen in Höhe des Gesamtinhalts aller Geräte. Kapitel 3 des FSS-Codes gibt die ausführlichen Leistungs- und Prüfanforderungen. Flaschen brauchen nach ihrer Zulassungsgrundlage eine wiederkehrende Wasserdruckprüfung, und jedes Gerät ist in den vom Hersteller und vom Instandhaltungssystem des Schiffs gesetzten Abständen funktionszuprüfen, üblich jährlich.

Typische Fehler

  • Flaschenventil nach einer Übung einen Spalt offen gelassen: Eine langsame Leckage leert die Flasche vor dem nächsten Antreten, was erst auffällt, wenn jemand sie benutzen will.
  • Versagen der Maskendichtung durch eine verschlissene Gummilippe oder ein Besatzungsmitglied mit Gesichtsbehaarung: Die Maske kann den Überdruck nicht halten und lässt beim Eindringen Rauch herein.
  • Restdruckwarnung nicht geprüft: Die Pfeifenmechanik sitzt fest, sodass der Träger vor dem Ausgehen der Luft keine Warnung bekommt.
  • Verbundflasche über die eingeprägte Gebrauchsdauer hinaus noch im Gestell: Sie besteht eine flüchtige Sichtprüfung, ist aber rechtlich nicht mehr benutzbar.
  • Membran des Lungenautomaten verhärtet: Ungleichmäßige Luftabgabe, besonders nach langer Lagerung in einem heißen Brandschutzschapp.

Worauf es beim Lieferanten ankommt

  • Eine Baumusterbescheinigung mit Verweis auf Kapitel 3 des FSS-Codes, gültig für die betreffende Flagge und Klasse.
  • Wartung und Wasserdruckprüfung vor Ort in den Häfen, die das Schiff wirklich anläuft, nicht bloß im Ablieferungshafen.
  • Eine gegen die vorhandenen Brandhauben und etwaige Kommunikationsgeräte an Bord bestätigte Verträglichkeit der Maske.
  • Die Verfügbarkeit von Verschleißteilen wie Maskendichtungen und Membranen des Lungenautomaten, nicht bloß vollständiger Ersatzgeräte.

Die Restdruckpfeife bei jeder Übung an jedem Gerät prüfen, nicht bloß das Flaschenmanometer - ein stummer Alarm ist der Fehler, den niemand bemerkt, bis die Luft schon weg ist.

Umluftunabhängiges Atemschutzgerät
Umluftunabhängiges Atemschutzgerät. Foto: Hannah Clover, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
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