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Automation & Steuerung

Sicherheitssystem (ESD/F&G)

Ein ESD- sowie Brand- und Gassystem besteht dazu, schneller und gleichmäßiger zu handeln als ein Wachhabender: Es schaltet Brennstoff und Lüftung ab und gibt Alarm in dem Augenblick, in dem ein Fühler eine gesetzte Schwelle überschreitet, bevor ein Mensch zum selben Schluss käme.

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Was man an einem Sicherheitssystem (ESD/F&G) prüft.

Notabschalt- sowie Brand- und Gassysteme sind die Automationsebene, die das Schiff schützt, wenn etwas schneller schiefgeht, als ein Mensch reagieren kann: ein Gasaustritt in einem geschlossenen Raum, ein Brand in einer Maschine oder ein Betriebszustand, der sofort abgesperrt und nicht erst untersucht werden muss. ESD deckt die Abschaltseite ab, schließt Ventile, wirft Brennstoffzufuhren ab und stoppt Geräte, während F&G die Erkennung abdeckt und mit Gas- und Flammenfühlern diese Abschaltungen und Alarme selbsttätig auslöst. Auf vielen Schiffen sind beide zu einer Sicherheitssystemlogik zusammengeführt statt als getrennte Kästen betrieben und teilen sich…

Was diese Bauart ausmacht

Notabschalt- sowie Brand- und Gassysteme sind die Automationsebene, die das Schiff schützt, wenn etwas schneller schiefgeht, als ein Mensch reagieren kann: ein Gasaustritt in einem geschlossenen Raum, ein Brand in einer Maschine oder ein Betriebszustand, der sofort abgesperrt und nicht erst untersucht werden muss. ESD deckt die Abschaltseite ab, schließt Ventile, wirft Brennstoffzufuhren ab und stoppt Geräte, während F&G die Erkennung abdeckt und mit Gas- und Flammenfühlern diese Abschaltungen und Alarme selbsttätig auslöst. Auf vielen Schiffen sind beide zu einer Sicherheitssystemlogik zusammengeführt statt als getrennte Kästen betrieben und teilen sich Fühlereingänge und Stelleingriffe über eine gemeinsame Steuerung.

Aufbau eines ESD- / Brand- und Gassystems
Blockbild eines Bordsicherheitssystems mit Gas- und Brandmeldern, die eine Logiktafel speisen, welche selbsttätig ein Brennstoffabsperrventil, eine Lüftungsklappe sowie Alarm und Blitzleuchte auslöst.

Hauptkomponenten

Melder

Fest eingebaute Gasmelder für brennbares oder giftiges Gas, Flammenmelder mit UV- oder IR-Erfassung sowie Wärme- oder Rauchmelder speisen fortlaufend in die Sicherheitssystemlogik ein, gesetzt nach einer Untersuchung der explosionsgefährdeten Bereiche statt aus Gewohnheit gleichmäßig verteilt.

Logikeinheit

Eine eigene, oft dreifach ausgeführte Steuerung, getrennt vom allgemeinen Automationssystem, denn Sicherheitsfunktionen müssen weiterarbeiten, auch wenn das Haupt-Steuer- und Überwachungssystem ausfällt oder gerade bearbeitet wird.

Abschaltsteller

Notabsperrventile in Brennstoff- und Ladungsleitungen, Lüftungsklappen und Abwurfrelais an Pumpen und Generatoren, alle so verdrahtet, dass sie bei Verlust von Strom oder Signal in einen sicheren Zustand fallen und nicht in ihrer letzten Stellung bleiben.

Alarmmeldung

Hörbare und sichtbare Alarme auf der Brücke, im Maschinenkontrollraum und örtlich am betroffenen Raum, mit einer Alarmpriorisierung, damit ein wirklicher Notfall nicht unter laufenden Betriebsalarmen begraben wird.

Auswahl und Auslegung

Melderabdeckung und Abschaltlogik werden gegen eine Einteilung der explosionsgefährdeten Bereiche und eine belegte Ursache-Wirkungs-Matrix für das jeweilige Schiff ausgelegt und nicht nach Maschinenraumgröße aus einem Katalog gewählt. Die Matrix legt genau fest, welche Meldereingänge welche Abschaltausgänge auslösen, und sie muss überprüft werden, wann immer sich Ausrüstung in den geschützten Räumen ändert, denn eine nicht überprüfte Matrix ist eine häufige Quelle von Lücken, die bei der Besichtigung auffallen.

Vorschriften und Klasse

  • SOLAS Kapitel II-2 fordert feste Brandmelde- und Alarmanlagen und behandelt gesondert die Anforderungen an die Gasmeldung für bestimmte Schiffstypen und Ladungen.
  • Die einheitlichen IACS-Anforderungen und die Klassezusätze für zeitweise unbesetzte Maschinenräume setzen die Anforderungen an Redundanz und Eigensicherheit der Abschaltlogik für den zeitweise unbeaufsichtigten Betrieb.
  • Gastanker und Tanker tragen nach den einschlägigen IMO-Codes für diese Schiffstypen zusätzliche ladungsbezogene Anforderungen an die Gasmeldung.
  • Klassebesichtigungen prüfen die Ursache-Wirkungs-Matrix unmittelbar, indem sie Meldereingänge simulieren und die richtige Abschalt- und Alarmantwort bestätigen, nicht bloß, dass der Fühler richtig misst.

Typische Fehler

  • Die Kalibrierdrift eines Gasmelders über die Zeit meldet die Konzentration zu niedrig und verzögert einen Alarm, bis der Wert schon gefährlich ist.
  • Eine nach Ausrüstungsänderungen nicht überarbeitete Ursache-Wirkungs-Matrix lässt eine neue Pumpe oder ein neues Ventil von keiner Abschaltlogik erfasst.
  • Ein durch seltenes Betätigen festsitzender Absperrventilantrieb schließt bei einer wirklichen Auslösung nicht auf Befehl.
  • Täuschungsalarme schlecht gesetzter Melder führen dazu, dass Besatzungen Alarme als üblich hinnehmen und wegdrücken, was ein späteres wirkliches Ereignis verdeckt.
  • Eine nicht geprüfte Batterie- oder Ersatzstromversorgung der Logikeinheit lässt das Sicherheitssystem bei einem Blackout ohne Überbrückungsfähigkeit.

Worauf es beim Lieferanten ankommt

  • Eine belegte, schiffsbezogene Ursache-Wirkungs-Matrix, mit der Anlage geliefert, keine allgemeine Vorlage.
  • Meldertypen, abgestimmt auf die wirklich vorhandenen Gefahren, Gasart, Flammenspektrum und erwartete Brandwachstumsgeschwindigkeit in jedem Raum.
  • Eine Redundanz- und Eigensicherheitsauslegung, die zum vorgesehenen Klassezusatz für unbesetzte Maschinenräume passt.
  • Ein klarer Ablauf zur Nachführung der Sicherheitslogik, wenn Maschinen oder Rohrleitungen später im Leben des Schiffs geändert werden.

Die Ursache-Wirkungs-Matrix nach jeder Maschinenänderung körperlich gegen die eingebauten Fühler und Ventile abgehen, auf dem Papier stimmt sie immer; die Lücken zeigen sich erst, wenn man neben der Anlage steht.

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