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12RTA84C

Main Engine 2-Stroke · Main Engines (2-Stroke)

Technical data from manufacturer or class sources · not yet verified by a person
45,840 kWPower
12Cylinders
840 mmBore
2,400 mmStroke
102 rpmMCR RPM

The Sulzer 12RTA84C is a low‑speed, two‑stroke marine diesel main engine delivering 45,840 kW at 102 rpm, known for its high power output per cylinder and proven reliability in large vessels.

Inspection

Inspector Detail ✓ verified

Designation decoded

Sulzer 12RTA84C – 12-Zylinder-Reihen-Zweitakt-Kreuzkopf-Dieselmotor, Bohrung 840 mm, Hub 2400 mm, zahnradgetriebene Nockenwelle, Baureihe C (Container-Optimierung). Sulzer/Wärtsilä-Lizenzfertigung für Großcontainerschiffe.

Background

Die RTA84C-Baureihe wurde für schnelle Containerschiffe mit hohem Leistungsbedarf bei moderater Drehzahl konzipiert. 12-Zylinder-Konfiguration stellt bereits eine erhebliche Baulänge dar (~22 m Motorlänge), was Fundament- und Ausrichtungsfragen in den Vordergrund rückt. Zahnradgetriebene Nockenwelle mit konventionellem VIT (Variable Injection Timing) und Pulse-Schmiersystem. Zylinderleistung ca. 3820 kW bei 102 U/min. CLU (Cylinder Liner Unit) als Wartungskonzept mit trockengedocktem Linerziehen bei Gewichten >8 t pro Einheit.

Calculated metrics

Stroke to bore ratio2.857

Inspector checklist

  • Fundament-Chocking und Motorausrichtung: Bei 12 Zylindern gesamte Fundamentlänge auf Haarrisse, Chocking-Zustand (Epoxidharz-Verguss), Ausrichtung Kurbelwelle-zu-Drucklager prüfen. Deflexionsmessungen an allen 12 Kröpfungen durchführen und Trendvergleich mit Werftprotokollen.
  • Nockenwellenantrieb: Zahnradgetriebe auf Verschleiß, Flankenspiel und Schmierung prüfen. Zahnflanken-Kontaktbild dokumentieren. Nockenwellenlager-Spiele messen und mit Grenzwerten vergleichen.
  • VIT-System: Variable Injection Timing Aktuatoren auf Funktion, Leckage und korrekte Einstellung prüfen. Brennstoff-Einspritzzeitpunkt bei verschiedenen Lasten verifizieren.
  • Pulse-Schmiersystem: Zylinderschmierung – Ölzuführung an allen 12 Zylindern auf korrekte Dosierung, Timing und Verteilung kontrollieren. Schmierölqualität und Akkumulatordruck prüfen.
  • Kolbenring- und Laufbuchsenzustand: Schaber- und Scavengeport-Inspektion. Laufbuchsentemperaturen und Kühlwasseranalyse auf Leckage bewerten.
  • Kreuzkopf- und Pleuellagerspiele: An allen 12 Zylindern messen, Trendanalyse durchführen. Besondere Aufmerksamkeit auf die Endzylinder wegen erhöhter Biegebeanspruchung.

Logbook reference values

ParameterExpectedDeviation means
Maximaler Zünddruck (Pmax)140–155 bar (lastabhängig, VIT-korrigiert)Abweichung >5 bar zwischen Zylindern: VIT-Fehljustierung, Einspritzdüsenverkokung oder Kompressionsdefizit. Systematische Abweichung: Brennstoffqualität oder Turbolader-Effizienz prüfen.
Abgastemperatur nach Zylinder340–400 °C bei NennlastEinzelzylinder >30 °C über Mittelwert: Einspritzdüse defekt, Ventilundichtheit oder ungleiche Luftverteilung. Bei 12 Zylindern Strömungsverteilung im Spülluftkasten besonders beachten.
Kühlwassertemperatur Laufbuchse75–85 °C Eintritt / max. 95 °C AustrittErhöhte Austrittstemperatur: Kalkablagerung, Thermostatendefekt oder Laufbuchsenriss. Kühlwasser auf Ölspuren und pH-Wert analysieren.
Zylinderschmieröl-Verbrauch0,9–1,3 g/kWh (Pulse-System)Erhöhter Verbrauch: Kolbenringverschleiß oder fehlerhafte Dosierung. Verringerter Verbrauch: Verstopfte Schmierbohrungen – Gefahr erhöhter Laufbuchsenabnutzung.
Spülluftdruck2,8–3,5 bar abs. bei NennlastNiedriger Druck: Turbolader-Verschmutzung, Ladeluftkühler-Verschmutzung oder Spülschlitz-Verengung. Luftfilter und Kompressorrad prüfen.
Kurbelwellen-Deflexion±0,05 mm (je nach Kröpfung und Herstellerangabe)Überschreitung: Fundamentsetzung, Lagerverschleiß oder ungleichmäßige Beladung/Ballastierung. Bei 12 Zylindern besonders mittlere Lager und Endzylinder kritisch.
Turbolader-DrehzahlAbhängig vom Turboladertyp, typisch 8000–12000 U/min bei NennlastAbweichung >5 %: Verschmutzung Turbinen- oder Verdichterseite, Lagerverschleiß. Bei Mehrturbolader-Anordnung Lastverteilung prüfen.
Steuerluftdruck Auslassventil7–9 barNiedriger Druck: Leckage in Steuerleitung, Ventilschaft-Dichtung oder Aktuatorfehler. Ventilschließzeit verlängert sich – erhöhte thermische Belastung.

Common Failure Modes

  • Nockenwellen-Zahnradgetriebe-Verschleiß

    Symptoms: Ungewöhnliche Geräusche aus dem Getriebekasten Veränderte Einspritz- und Ventilsteuerzeiten Metallpartikel im Schmierölfilter

    Causes: Mangelhafte Schmierung des Zahnradgetriebes, Materialermüdung bei hoher Betriebsstundenzahl, Fehlausrichtung nach Fundamentsetzung

    Preventive: Regelmäßige Flankenspiel-Messung, Schmierölanalyse auf Metallabrieb, Schwingungsüberwachung am Getriebegehäuse. Zahnflanken-Kontaktbild alle 8000 Betriebsstunden dokumentieren.

  • CLU-Laufbuchsenriss

    Symptoms: Kühlwasserverlust ohne äußere Leckage Ölfilm auf Kühlwasseroberfläche Erhöhte Laufbuchsentemperatur einzelner Zylinder Weißrauch im Abgas

    Causes: Thermische Ermüdung durch ungleichmäßige Kühlung, Korrosion durch unzureichende Kühlwasserbehandlung, Mechanische Überbeanspruchung durch Kolbenring-Blowby

    Preventive: Kühlwasserqualität streng überwachen (pH, Inhibitor-Konzentration). Laufbuchsentemperaturen kontinuierlich monitoren. Bei CLU-Wechsel Auflageflächen und O-Ringe sorgfältig prüfen.

  • Fundament-Chocking-Degradation

    Symptoms: Zunehmende Deflexionswerte über Zeit Vibrationserhöhung am Motorblock Rissbildung an Chocking-Material (Epoxidharz) Lockere Fundamentbolzen

    Causes: Alterung und Schrumpfung des Epoxidharzes, Thermische Wechselbelastung, Schiffskörperverformung bei 12-Zylinder-Baulänge

    Preventive: Fundamentbolzen-Vorspannung bei jedem Dockaufenthalt prüfen. Chocking-Zustand visuell und per Klopfprobe kontrollieren. Deflexionsmessungen als Trendüberwachung mindestens halbjährlich.

  • Pulse-Schmiersystem-Fehlfunktion

    Symptoms: Erhöhter Laufbuchsenverschleiß Kolbenring-Ausfall Ungleichmäßige Ölverteilung sichtbar bei Scavengeport-Inspektion

    Causes: Verstopfte Schmierölbohrungen in der Laufbuchse, Dosierventil-Defekt, Akkumulator-Druckverlust, Steuerelektronik-Fehler

    Preventive: Regelmäßige Funktionsprüfung aller 12 Zylinder-Schmierpunkte. Akkumulatordruck überwachen. Scavengeport-Inspektion auf gleichmäßigen Ölfilm alle 4000–6000 Betriebsstunden.

Expert tips

  • Bei der 12RTA84C besonders auf die Gesamtausrichtung achten – die Baulänge von 12 Zylindern erfordert präzise Fundamentkontrolle. Deflexionsmessungen IMMER bei gleichem Tiefgang und Beladungszustand durchführen. Nockenwellen-Zahnradgetriebe ist der neuralgische Punkt gegenüber elektronisch gesteuerten Motoren: Flankenspiel-Trend ist Frühwarnindikator. VIT-Kalibrierung nach jeder Einspritzdüsenüberholung verifizieren. Bei Scavengeport-Inspektion systematisch alle 12 Zylinder dokumentieren – Fotografien mit einheitlicher Beleuchtung für Vergleichbarkeit.

Related components

  • Kurbelwellenlager, Drucklager, Kreuzkopfführungen, Turbolader (Typ und Anzahl beachten), Ladeluftkühler, Abgaskessel, Wellenleitungsausrichtung, Propellerwelle, Fundamentbolzen, Schwingungsdämpfer (Axial- und Torsionsdämpfer), Hilfsbläser, Steuerluft-Kompressoren

Classification & regulatory

Klasse-Besichtigung: Kurbelwellenlager und Kreuzkopflager gemäß Klassifikationsgesellschaft (DNV, LR, BV etc.) alle 5 Jahre oder bei Anlass. Deflexionsmessung bei jeder Zwischen- und Erneuerungsbesichtigung. Motorleistungsmessung (Indizierung) gemäß MARPOL Annex VI / EEXI-Anforderungen. NOx Technical Code Compliance für Tier I/II je nach Baujahr. Zylinderschmierung gemäß Herstellervorschrift und IACS UR M68.

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